23.02.8418

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Oliver Schmaering für Mülheimer Kinderstückepreis nominiert
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist für den Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

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Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...


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Bild von Robert SchneiderSchneider, Robert

Robert Schneider (geb. 1961) lebt als freier Schriftsteller in Meschach, einem österreichischen Bergdorf in den rheintalischen Alpen, wo er auch aufgewachsen ist. Studium der Komposition, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Wien. Mit seinem Debüt-Roman "Schlafes Bruder" (1992), dem ersten Teil seiner "Rheintalischen Trilogie" gelang ihm der internationale Erfolg. Der Roman wurde in 24 Sprachen übersetzt und von der in- und ausländischen Literaturkritik geradezu euphorisch gefeiert; er wurde verfilmt und diente als Vorlage für eine Oper. 1998 folgte der Roman "Die Luftgängerin" und 2000 als Abschluss der Trilogie "Die Unberührten".

Robert Schneider hat sich auch als Theaterautor einen Namen gemacht. Für seinen Monolog Dreck (1993), der bisher über 90 Mal inszeniert wurde, erhielt Schneider den Preis der Potsdamer Theatertage, die Hörspielfassung wurde mit dem civis ’93 des WDR ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde "Traum und Trauer des jungen H.", eine Dialektstudie über den jungen Adolf Hitler, am Schauspielhaus Hannover uraufgeführt. 1999 kam die "Komödie vom deutschen Heimweh", ein Stück über sechs junge Deutsche und ihre Sehnsucht nach Heimat, am Schauspielhaus Zürich heraus.

Auszeichnungen

1889 Stipendiat der Abraham-Woursell-Stiftung/New York
1990 Filmdrehbuchpreis des österreichischen Fernsehens
1993 Robert-Musil-Stipendium der Stadt Wien, Literaturpreis der Salzburger Osterfestspiele und Civis-Hörspielpreis des WDR
1994 Marieluise-Fleißer-Preis der Stadt Ingolstadt, Prix Medicis für den besten ausländischen Roman (Frankreich)
1997 Premio Grinzane Cavour (Italien) und Premio Libro di Montagna

 

Schlafes Bruder

Roman


Schon als kleiner Junge fällt Elias Alder aus dem Rahmen der vorarlbergischen Dorfgemeinschaft. Er hat eine hohe Stimme und merkwürdig gelbe Augen. Seine Mutter lehnt ihn ab, versteckt ihn. Und nach einem Schlüsselerlebnis, währenddessen sich dem Fünfjährigen die Natur als komplexes Hörbild offenbart, pubertiert er vor der Zeit. Schon damals kann er den Herzschlag der noch lange nicht geborenen Elsbeth, der großen späteren Liebe, vernehmen.

Seine übermenschliche Begabung zur Musik bricht sich in Elias trotz widrigster Umstände Bahn. Er bildet sich an der heimischen Orgel selbst aus und verhilft der Gemeinde regelmäßig zu läuternden Musikerlebnissen. Doch Elias wird auf Erden kein Glück zuteil. Seine starke Liebe zu Elsbeth bleibt am Ende unerwidert. Und dann ist da noch Peter, sein Cousin und ständiger Begleiter. Eine brutale Erziehung hat einen verschlagenen Charakter in ihm reifen lassen. Auch diese Freundschaft ist am Ende unheilvoll.

Nach einem fulminanten Auftritt beim Orgelfest in Feldberg, wo er vor den Ohren der fassungslosen Gemeinde zu Bachs Choral "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" extemporiert hatte, sucht Elias schließlich einen denkbar grausamen Tod.

Die erzählerische Wucht des Romans, in dem die Musik eine besondere Rolle spielt, steht im spannungsvollen Kontrast zur Sprachlosigkeit der Figuren.

Robert Schneiders Roman aus dem Jahr 1992 wurde bisher in 24 Sprachen übersetzt.


Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption dieses Romans zu erstellen. Der Roman ist im Buchhandel erhältlich.

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