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"Kopfkino" von Thomas Zaufke und Peter Lund gewinnt beim New York Independent Film Festival
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Sina Ahlers und Johanna Kaptein beim Heidelberger Stückemarkt
Sina Ahlers und Johanna Kaptein sind mit ihren Stücken Schamparadies und...

"Autoren schlagen Alarm" (Der Tagesspiegel)
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"Der Fiskus" von Felcia Zeller in Mülheim
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Die Stadt der Besessenen

Ein Widertäuferspiel in drei Aufzügen
11D, 15H

In Leiden gescheitert und verjagt will Jan Bockelson, Prediger der Wiedertäufer, in Münster alles geben. Die Stadt soll das Zentrum der Wiedertäuferlehre, das neue Jerusalem werden. Dank seiner charismatischen Ausstrahlung findet Jan schnell zahlreiche Anhänger, unter ihnen Bürgermeister Tilbeke und Richter Ummergrove. So übernehmen die Wiedertäufer die Macht in Münster, der Bischof flieht, verspricht bewaffnete Rückkehr.

Ungestört predigt Jan den neuen Glauben, zu dem nur die „richtige“ Taufe befähigt. Wer sich nicht taufen lässt, wird aus der Stadt gewiesen, sein Besitz zum Allgemeingut erklärt. Das verschafft Jan große Popularität. Er lässt sich zum König von Münster krönen, erwählt sich einen Rat von 12 Propheten, mit denen er das neue Jerusalem regieren und auf die Ankunft Christi vorbereiten will. Den Widerstand durch Becker Matties ignoriert Jan ebenso wie den Hass, von Matties Begleiterin Divara. Sie sieht in Jan einen Abgesandten des Teufels.

Die durch König Jan verkündete Brüderlichkeit und Gleichheit bedingt den Umsturz der herkömmlichen Ordnung. Positionen, Stand und Abstammung zählen nicht mehr; alle Güter und Besitztümer werden zu Gemeineigentum erklärt. Dabei legitimiert Jan über die Gemeinschaft vor allem seine persönlichen Wünsche: Er begehrt Schwägerin Hille und schafft die Ehe ab. Einzig Divara verweigert sich ihm. Jan bestimmt, dass auch die Liebe nur eines Partners die Heirat erzwingen kann. In der Folge kann Jan, seine Propheten zu ähnlichen Gesetzen und ihrer Durchsetzung überreden. Doch die Anhänger sind verunsichert, es kommt zu Ausschreitungen und Entgleisungen. Jans Vision des neuen Menschen zerbricht. Schließlich rückt der Bischof mit Soldaten und Reitern in die Stadt ein, beendet den Spuk und das Stück.

Die Stadt der Besessenen bietet interessante Charaktere sowie eine packende, gedrängte Sprache von großer dramatischer Ausdruckskraft.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.