13.12.2017

Aktuelle Nachrichten

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...


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Bild von Jean BouchaudBouchaud, Jean

Jean Bouchaud wurde 1936 in Marseille geboren. Später zog er nach Paris, um dort als Assistent im Architektenbüro, als Offiziersanwärter auf einem Handelsschiff der Compagnie Générale Transatlantique und als Angestellter bei einer Speditionsfirma zu arbeiten. Da er schon immer vom Schauspielerberuf begeistert war, meldete er sich bei der Charles-Dullin-Schule an, damals unter der Leitung von Jean Vilar. Anschließend wird er zur Prüfung der Ecole Supérieur de Théâtre (Rue Blanche) zugelassen. Parallel dazu nimmt er Schauspielunterricht bei Jacques Lecoq.

Er fängt sein Schauspielmetier in der damals sogenannten "theatralischen Dezentralisierung" an, in der er viele klassische Rollen spielt und mit Regisseuren wie Roger Planchon, Jean Vilar, Antoine Bourseiller, Jo Tréhard arbeitet. Nach einer beeindruckenden Rolle als Figaro in der "Hochzeit des Figaro" am Théâtre de l’Est Parisien beginnt Bouchaud für das Theater zu schreiben, und so entsteht "Les Caisses qu’est-ce?" am Théâtre de Caen, dann am Théâtre La Bruyère.

Von diesem Zeitpunkt an spielt, schreibt und inszeniert er ununterbrochen für Theater, Kino und Fernsehen. Einige seiner Stücke wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter "Le Gros oiseau" (Prix Courteline de la S.A.C.D.), Das Geschenk (Un drôle de cadeau, Prix des "U" und Prix de la Meilleure Création d’une Pièce francaise décerne par le Syndicat de la Critique).

 

Verregnete Weihnachten

(Noel au balcon)
Deutsch von Astrid Windorf
4D, 3H

Jérôme Le Moult ist eine durch und durch tragikomische Person. Angefangen bei seinem Nachnamen, der klingt wie das Muh einer treudoofen Kuh, über seine hoffnungslos ungeschickten Kontaktversuche bei alleinstehenden jungen Frauen bis zu seinem Job als Autor drittklassiger TV-Abenteuerserien ist bei ihm nichts so wie es sein sollte. Zu allem Überfluss steht jetzt auch noch Weihnachten vor der Tür.

Jérômes Haushälterin bittet ihn, ihren Säugling am Heilig Abend zu hüten, weil sie ein Rendezvous mit ihrem neuen polnischen Freund hat. Entrüstet lehnt er ab, kommt aber schon bald in die Situation, dass er ein Baby braucht: Die entzückende Vollwaise Ines, die er durch einen abstrusen Zufall kennen gelernt hat, hält ihn für einen rührenden alleinerziehenden Vater und möchte mit ihm und dem Baby das Fest der Liebe gemeinsam feiern.

Da Jérôme sich diesen trauten Abend mit Ines auf keinen Fall entgehen lassen möchte, die Haushälterin aber bereits andere Pläne hat, ruft er kurzerhand bei der Fürsorge an, um für Heilig Abend ein Kind "auszuleihen". Da er der Vertreterin der Fürsorge bei ihrem Besuch gestanden hat, dass er selbst keinen Vater mehr hat, schickt diese ihm statt eines Kindes einen störrischen Rentner zum Weihnachtsfest. Die von Jérôme, dem einfallslosen Drehbuchautor, selbst inszenierte Weihnachtsparty entwickelt sich zum Alptraum, aus dem er glücklicherweise bald wieder erwacht.

Jérôme klärt Missverständnisse und gutgläubige Vermutungen zu seinen Gunsten grundsätzlich nicht auf und lügt obendrein das Blaue vom Himmel herunter, um seine Ziele zu erreichen. Er ist hinterhältig und skrupellos, aber alles andere als geschickt. So empfindet man in dieser überdrehten Komödie trotz aller Lügen und Tricks schließlich auch noch Mitleid mit Jérôme und wünscht ihm, dass er – gegen alle Wahrscheinlichkeit – den Weihnachtsabend gemütlich mit Ines auf dem Sofa verbringen kann.

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