21.04.2019

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Vaterliebe (L'homme Gris)

Deutsch von Paul Bäcker
1D, 1H

Roland Frechette betritt mit seiner Tochter Christine ein schäbiges Motelzimmer im französischen Teil Kanadas. Er will seine „Cri-Cri“ nach Hause zurückholen, sie aus den Klauen ihres gewalttätigen Ehemannes befreien. Christine ist bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr magersüchtig und psychisch labil. Die titelgebende Vaterliebe erweist sich bei diesem Gang durch die abgrundtiefe Familiengeschichte als blanke Heuchelei: Papa und „Mutti“, die Gattin daheim, haben offenbar schon immer alle Probleme auf ihr Einzelkind projiziert. Die eigene Unsicherheit der Eltern wird in Alkohol ertränkt oder durch Riten kleinbürgerlich-korrekter Spießigkeit zu kaschieren versucht. Die zunächst stumme Beobachterin „Cri-Cri“ wird allmählich ruhiger, während sie beobachtet, wie ihr Vater immer nervöser an der unangezündeten Zigarette saugt und im Bad sein Wasserglas mit Schnaps füllt. Jetzt ist es an ihr, die erste Zigarette ihres Lebens anzuzünden, sich in einer jungmädchenhaft-wilden Geste im Kreis zu drehen und das Wort an den Vater zu richten. Es ist der Anfang vom Ende, denn nun holt Roland die Vergangenheit der Familie ans Licht, weckt bei Christine Kindheitserinnerungen, berichtet zunächst von seinem Vaterstolz, macht Christine aber bald auf perfide Art herunter, indem er ihre psychischen Probleme in den Vordergrund rückt. Die Familienzusammenführung eskaliert in einer gewalttätigen Auseinandersetzung, in der nicht mehr eindeutig zu unterscheiden ist, wer hier Opfer und wer Täter ist.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch