19.06.3714

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Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Schauspiel) von Dogberry&Probstein
Wenn Victor Lopez eines hasst, dann ist es Ungerechtigkeit. Jetzt sitzt er im...

Neu bei DESCH: "Der Sohn" von Florian Zeller
Nicolas ist 17 und kein fröhliches, unbeschwertes Kind mehr. Alles um ihn...

"Der tapfere Soldat" von Oscar Straus am Gärtnerplatztheater
Am 14. Juni feiert Peter Konwitschnys Inszenierung von Der tapfere Soldat...

UA: Nina Enders "Siegfried simulieren" am Pfalztheater Kaiserslautern
Nachdem Nina Ender für ihr Stück Polyboskomplex mit dem 2....

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

DSE: "Rock of Ages" von Chris d'Arienzo am Theater Ulm
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre erwarten das Publikum...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

UA: "Ich, Ikarus" von Oliver Schmaering am Theater an der Parkaue
Am 1. Juni 2018 ist die Uraufführung von Ich, Ikarus am Theater an der...

Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Musical) von Rainer Bielfeldt, Susanne Lütje & Anne X. Weber
Stan Miller führt ein bescheidenes und glückliches Leben. Als seine Mutter an...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Neu bei FBE: "Im Gefängnis" von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus
Sinas Papa muss ins Gefängnis. Sina versteht das alles nicht. Sie hat keine...

Wiederentdeckt: "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann
Halb Fabel, halb soziale Parabel wird gezeigt, wie eine Gruppe für die...

Nominierung Österreichischer Musiktheaterpreis 2018
Wir freuen uns mit dem Landestheater Linz und besonders auch mit unseren...


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Vaterliebe (L'homme Gris)

Deutsch von Paul Bäcker
1D, 1H

Roland Frechette betritt mit seiner Tochter Christine ein schäbiges Motelzimmer im französisch sprechenden Teil Kanadas. Er will seine „Cri-Cri“ nach Hause zurückholen, sie aus den Klauen ihres gewalttätigen Ehemannes befreien. Christine ist bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr magersüchtig und psychisch krank. Die titelgebende Vaterliebe erweist sich bei diesem Gang durch die abgrundtiefe Familiengeschichte als blanke Heuchelei: Papa Frechette und „Mutti“, die Gattin daheim, haben offenbar schon immer alle Probleme auf ihr Einzelkind projiziert. Die eigene Unsicherheit der Eltern wird in Alkohol ertränkt oder durch Riten kleinbürgerlich-korrekter Spießigkeit zu kaschieren versucht. Beide betreten das Zimmer. Der pedantische Papa naßforsch, muß gleich den Fernseher ausprobieren, den Fast-Food-Beutel auf dem Tisch ausbreiten, die Schnapsflasche im Bad deponieren – man(n) trinkt, aber nicht ganz so offensichtlich vor den Augen der eigenen, wenn auch längst erwachsenen Tochter. „Cri-Cri“ dagegen stumm und mit großen, dunklen Augen: eine junge Frau, die getröstet und in den Arm genommen werden will. Doch Papa Roland verhält sich wie ein Angsthase im dunklen Wald: er plappert so pausenlos und unmäßig, wie er die Hähnchen mit Fritten in sich hinein stopft. Papa Roland denkt, lenkt und handelt für Tochter Christine mit, die allzu lange Zeit keine Kraft zur Gegenwehr aufbringt. Statt dem Vater die richtigen Antworten zu geben, kotzt sie sich regelrecht aus auf dem Klo.So wird die stumme Beobachterin „Cri-Cri“ selbst allmählich ruhiger, nachdem sie beobachtet, wie ihr Vater immer nervöser an der unangezündeten Zigarette saugt, immer häufiger im Bad sein Wasserglas mit Schnaps füllt, weil er sich an etwas festhalten muß. Jetzt ist es an ihr, die erste Zigarette ihres Lebens anzuzünden, sich in einer jungmädchenhaft-wilden Geste im Kreis zu drehen und, zunächst übervorsichtig-stotternd, das Wort an den Vater zu richten. Es ist der Anfang vom Ende, denn nun holt Roland die Vergangenheit der Familie ans Licht, weckt bei Christine Kindheitserinnerungen. Während er zunächst von seinem Vaterstolz berichtet, davon, wie er auch an ihrer körperlichen Entwicklung Anteil genommen hat, macht er Christine bald auf perfide Art herunter, indem er ihre psychische Labilität in den Vordergrund rückt: „Du solltest lernen, nicht alles mit dir machen zu lassen. Weil es sein könnte, daß ich eines Tages nicht mehr da bin.“ Als sie sich daraufhin ihren Schädel an der Tür blutig schlägt, will er überstürzt das Motel verlassen und nach Hause zurückkehren. Doch Christine hat plötzlich seine Schnapsflasche in der Hand...

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch