26.09.2018

Aktuelle Nachrichten

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Alexander N. OstrowskiOstrowski, Alexander N.

Alexander Nikolaevič Ostrowski wurde am 12. April 1823 in Moskau als Sohn eines Gerichtsbeamten geboren. Schon früh entwickelte sich sein Interesse am literarischen Schaffen. Nach Abbruch seines Jurastudiums, arbeitete Ostrowski von 1845 bis 1851 als Beamter in einer Kanzlei beim Moskauer Handelsgericht. Berühmt wurde Ostrowski 1849 durch die Veröffentlichung seines Dramas "Bankrott", das unter Kritikern als eine Reformation des russischen Theaters angesehen wurde und mit der Ablehnung des vorherrschenden französischen Klassizismus den Grundstein zu einer eigenen, nationalen Dramatik gelegt hat. In seinen Stücken setzte er sich meist satirisch mit dem Kaufmannsstand auseinander, deren moralische Verfehlungen er durch präzise Figurenzeichnung und Milieuschilderung offenbarte, beispielweise in "Die Ziehtochter" (Vospitannica, 1859) oder "Das Gewitter" (Groza, 1860).

1885 wurde Ostrowski zum künstlerischen Leiter des Moskauer Staatstheaters sowie der angeschlossenen Theaterschule ernannt. Er starb am 14. Juni 1886 in Ščelykovo im Gouvernement Kostroma.

Mit seinem umfangreichen Gesamtwerk von 47 Stücken gilt Alexander N. Ostrowski als Begründer des nationalen russischen Theaters und zählt zu den bedeutendsten und bühnenwirksamsten Dramatikern der russischen Literatur. Er beschäftigte sich nicht nur mit gesellschaftlichen, sondern vor allem mit menschlichen Problemen: die Konflikte zwischen Arm und Reich, das Zusammenstoßen von Gut und Böse. Historisches verarbeitete Ostrowski in "Der falsche Demetrius und Wassili Schuiski" (1867) und "Ein Schauspieler des XVII. Jahrhunderts" (1872) - ein Stück zur 200-Jahrfeier des russischen Theaters. In "Wölfe und Schafe" (1875) stellte er den neuen Typ des Kaufmanns auf die Bühne: den westlich gekleideten Geschäftemacher, der sich gerissen am Niedergang des Adels bereichert. Die Gestalt des Schauspielers wird in den Stücken Der Wald (1871), "Talente und Verehrer" (1881) und "Schuldlos schuldig" (1884) behandelt.

 

Verrücktes Geld

Fassung von Georg Holzer
Deutsch von R. Ullrich
2D, 6H

In der besseren Moskauer Gesellschaft taucht ein komischer Vogel auf. Sawwa Wassilkow riecht nach Geld, aber auch nach Provinz. Er benimmt sich wie ein sibirischer Bär und stellt Lydia Tscheboksarowa nach, der begehrtesten Partie vom Petrowski-Park. Deren Verehrer Teltjatjew, Glumow und Kutschumow - adlige Schmarotzer, die sich ihren großzügigen Lebensstil auf Pump finanzieren - wollen sich einen Spaß machen, indem sie Wassilkow auf die kapriziöse junge Dame loslassen. Aber ihr Experiment nimmt einen unerwarteten Verlauf. Nicht der solide Geschäftsmann selbst, aber seine finanziellen Mittel erregen das Interesse des Luxusgeschöpfs Lydia und ihrer verarmten Familie. Das Verhältnis von Liebe und Ökonomie bleibt dabei zu klären. Doch Wassilkows schlauem Geld, das berechenbar ist und sich durch reelle Geschäfte ständig vermehrt, ist das verrückte Geld der Moskauer Lebenskünstler unterlegen. Denn in der Liebe wie in der Wirtschaft entfesseln ungedeckte Schecks zwar eine unwiderstehliche Erotik, haben gegen Ehrlichkeit und vertrauenswürdiges Geschäftsgebaren aber auf lange Sicht keine Chance. Eine Logik, der sich auch Lydia widerwillig beugen muss.
Alexander Ostrowski (1823 - 1986) ist einer der virtuosesten Komödienautoren der europäischen Theatergeschichte. Die Neufassung des "Verrückten Gelds" von Georg Holzer zeigt ihn als lakonischen Meister der Pointe und der genauen und liebevollen Figurenzeichnung. Denn Ostrowski beweist, daß jede Wirtschaftskrise von Menschen gemacht und so letzten Endes immer eine Krise des menschlichen Herzens ist.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch