17.12.8596

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"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Carwitz (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses, es folgten zahlreiche Inszenierungen, u.a. von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater, Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen und Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u.a. "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte), "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle., "Jeder stirbt für sich allein" (2016; mit Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Regie: Vincent Perez).

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

Hans Falladas Werk wird im Aufbau Verlag verlegt.


Weitere Informationen zu Hans Fallada

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Fallada, Hans
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Wir hatten mal ein Kind

Roman von Hans Fallada


Seit Generationen wissen die Leute auf der Insel Rügen, dass mit den Gäntschows nicht gut Kirschen essen ist. Johannes, der letzte Spross dieser Ahnenreihe eigenwilliger Kauze, macht keine Ausnahme. Aber er will anders leben als seine Vorfahren: unangepasst und frei. Er nimmt in Kauf, dass er sich vor den anderen immer mehr verschließt, egozentrisch und streitsüchtig wird. Nur Christiane, die Tochter des Grafen, nimmt es mit ihm auf. Als Kinder hatten sie gemeinsam die waghalsigsten Abenteuer unternommen, bis die schöne Freundschaft jäh zu Ende ging. Als sie sich wiederfinden, ist Christiane bereit, sich zu ihrer Liebe zu bekennen. Doch Gäntschow kann nicht aus seiner Haut: Er fordert, wo Geduld und Toleranz erwartet werden. Zu spät erkennt er, was er mit Christiane verliert. Auch für ihn, so scheint es, gibt es nur dieses merkwürdige Glück aus lauter Splittern.

Seit Oktober 1933 lebte Fallada mit seiner Familie in Carwitz. Die neue Umgebung und der geordnete Lebensrhythmus schienen schöpferische Energien freizusetzen. Am selben Tag, an dem er die erste Fassung von Wer einmal aus dem Blechnapf frisst fertig stellte, am 27. November 1933, bekann Fallada mit seinem nächsten Buch: Wir hatten mal ein Kind. Zunächst nannte er es „Salatgarten“, fand aber bald den Titel, der bleiben sollte. Von Anfang an war Fallada von diesem Projekt begeistert. An seinen Verleger Rowohlt schrieb er im Dezember: „Manchmal denke ich, dies Buch wird mein Bestes, es schreibt sich herrlich, liegt aber nicht in der Linie meiner bisherigen Bücher. Im Grunde sind es viele Einzelgeschichten mit sehr wenig Dialog um einen sehr starken Helden.“ Und nach dem Vorabdruck im Juni 1934 in der „Berliner Illustrirten“ nannte er es „mein schönstes, reifstes und reichstes Buch“.

Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.