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Schweizer Theatertreffen: "verdeckt" von Ariane Koch
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Dramatiker:innen-Fonds am Berliner Ensemble
Im Rahmen eines kurzfristig ins Leben gerufenen Dramatiker:innen-Fonds hat...

"Und morgen streiken die Wale" als Online-Adventure
Am 13. März hat Und morgen streiken die Wale von Thomas Arzt Premiere am...

"Kleist fürs Homeoffice" (Süddeutsche Zeitung): "Cecils Briefwechsel"
Die Uraufführung von Gott Vater Einzeltäter von Necati Öziri (Regie: Sapir...

Neu: "Die gar schröckliche Geschichte vom Kleinen Dings" von Magnus Båge und Lena Ollmark
Eine komische Gruseloper für Kinder ab 8 Jahren: Das Kleine Dings muss eine...

6 Oscar-Nominierungen für Zellers THE FATHER
Der Film nach dem Theaterstück Vater von Florian Zeller wurde für insgesamt...

Neue Romane im Frühjahrsprogramm
Alle Aufführungsrechte bei Felix Bloch Erben Tove Ditlevsen...

"Poesie einer verlorenen Normalität" - "Krasnojarsk" von Johan Harstad
Am 12. Februar war die deutschsprachige Erstaufführung von Johan Harstads...

"Der Vorname" und "Das Abschiedsdinner" im ORF
Zwei Stücke von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière werden im...


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Bild von Felicia ZellerZeller, Felicia
© Ralf Hiemisch 

Felicia Zeller hat sich vor allem als Dramatikerin einen Namen gemacht, tritt aber auch in eigenen Kurzfilmen in Erscheinung, ihr Kurzprosa-Debüt "Einsam lehnen am Bekannten" wurde 2009 mit dem Clemens-Brentano-Preis ausgezeichnet. 2020 erhielt sie den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für ihr "vorliegendes Gesamtwerk", darunter das metadokumentarsich-schräge Bühnenwerk Bier für Frauen (2001) und Kaspar Häuser Meer, eine Untersuchung der Jugendsozialarbeiterpsyche mit den typisch zellerschen Mitteln der Groteske (Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen 2008). Weitere Einladungen zu den Mülheimer Theatertagen gab es 2011, 2013, 2015 und 2016 mit den Stücken Gespräche mit Astronauten, X-Freunde, Wunsch und Wunder sowie Zweite allgemeine Verunsicherung. 2013 wird X-Freunde in der Kritikerumfrage von Theater heute zum besten deutschsprachigen Stück gewählt. Geboren wurde Zeller 1970 in Stuttgart. Sie studierte Film und Medien an der an der Filmakademie Baden-Württemberg. 1999/2000 war sie Hausautorin am Theater Rampe in Stuttgart.

Weitere Auszeichnungen (Auswahl):
- 1993 Baden-Württembergischer Jugendtheaterautorenpreis für Immer einen Hund gehabt/plane crazy (1928)
- 1999/2000 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg - 2013 Hermann-Sudermann-Preis für Dramatiker

Website von Felicia Zeller

 

X-Freunde

1D, 2H
UA: 12.10.2012, Schauspiel Frankfurt Frankfurt am Main

Früher war alles besser. Früher hatte man einen besten Freund, eine beste Freundin oder sogar beides. Man traf sich spontan auf ein Bier, redete über was man so redet und war happy. Heute hat man X Freunde, aber Treffen war gestern und After-Work ist was für Warmduscher. Schließlich sind Mann wie Frau Ich-Aktionäre, Ideenmanager, Venture-Kapitalisten des eigenen Lebens. Nicht sich etwas leisten, sondern selbst etwas leisten ist das neue Credo.

Nach Generation X, Golf, Praktikum und Casting liefert Felicia Zeller mit ihrem neuen Stück den Generationsbegriff der Stunde: Generation "Beißschiene". Mit von der Partie sind ein Künstler, eine Unternehmerin und ein Arbeitsloser. Immer on- und nie offline, immer telefonierend, e-mailcheckend, twitternd und postend glänzen sie, die Immer-Erreichbaren, durch permanente Abwesenheit. Hat man sich mal verloren im Netz der Netze, einfach Neustart drücken. Arbeit und Freizeit, Selbstausbeutung und Selbstdesign sind endlich identisch.

Mit "X Freunde" hat Felicia Zeller eine tragikomische Bestandsaufnahme der workaholisierten Gesellschaft geschaffen, in der die göttliche Drohung der Vertreibung aus dem Paradies "Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen" zum letzten Sinnstifter wird. Und sollte man mal schlafen, ist das maximal ein Ruhezustand.

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