17.10.2018

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"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher...

DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Nicky SilverSilver, Nicky

1960 in Philadelphia geboren, zählt der Autor Nicky Silver heute zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern des amerikanischen Boulevardtheaters. Seine pointenreichen, häufig überdrehten Stücke beziehen sich auf chaotische Familienverhältnisse, Inzest, homosexuelle Beziehungsdramen und andere Katastrophen. Prägend wirkte nach eigenen Aussagen Silvers Herkunft aus einer jüdischen Familie, der Vater Finanzmakler, die Mutter sozialengagierte Pharmareferentin. Durch seine jüdische Herkunft und seine Homosexualität erlebte er sich immer wieder in belastenden Außenseiterpositionen.
1977 ging Silver nach New York, wo er sich in den Studiengang "Experimentelles Theater" einschrieb, zahlreiche Stücke verfasste und an kleinen Bühnen selbst inszenierte.
Anfang der 90er Jahre erfolgte sein Durchbruch in den USA, ab 1996 war er zunehmend in Deutschland erfolgreich.

 

Zwillingsbrut

(Raised In Captivity)
Ein Stück in zwei Akten
Deutsch von Frank Heibert
2D, 3H
UA: Januar 1995, Vineyard Theatre New York
DSE: 22.11.1996, Theater Dortmund

Was herabfallende Duschköpfe alles so anrichten können: Auf der Beerdigung ihrer Mutter, die von einem solchen erschlagen worden ist, treffen sich nach langen Jahren die Zwillinge Sebastian und Bernadette wieder, beides emotionale Krüppel. Sebastian, der schwule Journalist, hat elf Jahre zuvor seinen Lover verloren und ist seitdem zu Gefühlen kaum noch fähig. Seine Therapie bricht er ab, nachdem seine Psychiaterin Hillary sich verzweifelt in ihn verliebt hat. Sich selbst bestrafend, sticht sie sich mit einem Schraubenzieher die Augen aus, aus purer Unfähigkeit, mit ihren Emotionen umzugehen. Hassende Neurotiker, wohin man nur sieht.

Auch Sebastians hysterische Schwester Bernadette ist alles andere als glücklich. Ein Wahn treibt sie in den nächsten. Ihr Ehemann Kip, ein mit sich und seinem Beruf unzufriedener Zahnarzt, will aussteigen, Maler werden, nach Afrika auswandern. Als Sebastian von einem Stricher die Kehle halb durchgeschnitten wird, erscheint dem Verblutenden die tote Mutter. Von ihr erfährt er die Wahrheit über sich: er und Bernadette sind die Ausgeburt einer Vergewaltigung. Sebastian überlebt und wird von seiner Schwester gesund gepflegt, die den von nun an psychisch Labilen kaum mehr wiedererkennt. Ein Ende ohne Hoffnung? Was bleibt, ist der schonungsloseste Zynismus der Dramenliteratur. Es ist zum Totlachen.

Hinweis: Für dieses Werk können an Amateurtheater leider keine Aufführungsrechte vergeben werden.

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