Aktuelle Nachrichten

Sommertheater 2022: Premieren im Musiktheater
Eine Auswahl unserer diesjährigen Sommertheater-Premieren im Musiktheater:...

dg-Konferenz 2022 mit Amir Gudarzi und Sokola//Spreter
Vom 23. bis 26. Juni 2022 findet die Jahreskonferenz der Dramaturgischen...

UA "Gott Vater Einzeltäter" von Necati Öziri
Am 3. Juni ist die Uraufführung von Necati Öziris Stück Gott Vater...

Sommertheater 2022: Premieren im Schauspiel
Eine Auswahl unserer diesjährigen Sommertheater-Premieren im Schauspiel:...

UA: "Mats & Milad" von Eva Rottmann am Staatstheater Mainz
Am 2. Juni feiert Mats & Milad oder: Nachrichten vom Arsch der Welt von Eva...

Rückblick: "Happy End" am Renaissance-Theater Berlin
Als "Mischung aus Gangsterkomödie, 'Bohème sauvage'- Soiree und stilisiertem...

UA: "Die nicht geregnet werden" von Maria Ursprung am Theater St. Gallen
Am 25. Mai wird Maria Ursprungs Stück Die nicht geregnet werden am Theater...

"Ja oder Nein?" - Knut Hamsun am Residenztheater
Am 8. Mai war die mehrfach verschobene Premiere von Stephan Kimmigs...

Ivana Sokola gewinnt Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts
Ivana Sokola gewinnt mit ihrem neuen Stück Pirsch den mit 10.000 Euro...

"Ein Mann seiner Klasse" beim Berliner Theatertreffen
Am 7. und 8.5. zeigt das Berliner Theatertreffen Ein Mann seiner Klasse nach...

Auszeichnung: "1. Paul Abraham Preis" für Thomas Zaufke
Thomas Zaufke wird als erster Musikschaffender mit dem neugeschaffenen, mit...

Rückblick: "Das schönste Mädchen der Welt" am Grips Theater, Berlin
Am 14. April 2022 feierte Das schönste Mädchen der Welt seine Uraufführung am...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Offenbach, Jacques

Jacques Offenbach, 1819 in Köln geboren, Cello-Schüler am Pariser Konservatorium, Orchestermusiker an der Opéra Comique, Kapellmeister am Théâtre Français, hat seine Pariser Theaterkarriere als erfolgreicher Theaterleiter und Komponist gekrönt. Mit seinen die "große Welt" und die "ewigen Werte" des zweiten französischen Kaiserreichs frech karikierenden Opéras-bouffes hat er eine Gattung begründet, die überall in Europa Anhänger und Nachahmer fand. Grundlage von Offenbachs Erfolge waren neben seinen mitreissenden, tänzerisch wirbelnden Melodien sicherlich auch sein Gespür für das Burlesk-Komische, für pikante Situationen und zeitgenössische Satire.

Orpheus in der Unterwelt (1858), Offenbachs erstes größeres Werk, offenbart dem Pariser Publikum, dass es in der Antike auch nicht viel anders zugegangen ist, als in der Gegenwart und beleuchtet den Bildungsstoff von einer durchweg heiter-amourösen Seite. Das Pariser Leben (1866) entwickelt ein Thema, das die Operettenwelt noch lange beschäftigen wird: Provinzler in der Metropole, ein unerschöpfliches Heiterkeitsmotiv mit Ewigkeitsanspruch. La Périchole (1868) und "Die Großherzogin von Gerolstein" (1868) parodieren einmal mehr die große Politik auf der kleinen Bühne der seit 1855 bestehenden Offenbach-Bühne "Bouffes-Parisiennes".

Ganz zum Schluss seiner Karriere konnte es selbst ein Jacques Offenbach nicht lassen und wandte sich der Oper zu. Das unvollendet hinterlassene Werk Hoffmanns Erzählungen resümiert ein Offenbachsches Thema, das auch in seinen Operetten zu verfolgen ist, die Entfremdung des modernen Menschen in einer dem Schein verfallenen Welt.

 

Hoffmanns Erzählungen

(Les contes d´Hoffmann)
Phantastische Oper in drei Akten mit einem Vor- und Nachspiel
Text von Jules Barbier
Nach dem Drama von Jules Barbier und Michel Carré
Musik von Jacques Offenbach
Fassung durch Otto Maag und Hans Haug
6D, 9H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Fg I, II, Klar I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Schl I, II, III, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 10.02.1881, Opéra-Comique Paris
EA der Neufassung: 1953

Die Aufführungsgeschichte von Offenbachs Oper ist die Geschichte einer nahezu unüberschaubaren Reihe von Eingriffen und Bearbeitungen. Otto Maag und Hans Haug haben die ursprüngliche Gestalt des Werkes, soweit möglich, wieder hergestellt und eine exzellent bühnentaugliche Fassung geschaffen, deren Erfolg für sich spricht. Sie rekonstruiert vor allem den fragmentarisch überlieferten Venedig-Akt und stellt ihn, wie von Offenbach vorgesehen und für die Aussage des Stückes entscheidend, dem Antonia-Akt nach.

Während der Erzähler Hoffmann auf das Ende der Vorstellung des "Don Giovanni" wartet, gibt er sich der Hoffnung hin, die Liebe zu der Sängerin Stella wieder aufblühen zu lassen. Zunehmend weinseliger, erinnert er sich an die drei Frauen, die er in seinem Leben wirklich liebte.

Olympia ist nur ein künstlicher Automat gewesen, den Hoffmann, verblendet durch die Optik einer Zauberbrille, für ein bezauberndes Mädchen hielt und dem er verfiel. Als die Puppe schließlich außer Kontrolle gerät und zerstört wird, ist Hoffmann Zielscheibe des allgemeinen Spotts. Auch das nächste Mädchen verliert Hoffmann auf unheimliche Weise: Antonia, Tochter einer verstorbenen Sängerin, hat den organischen Fehler geerbt, der auch schon zum Tod ihrer Mutter führte. Ein seltsamer Doktor zwingt Antonia zu singen. Hoffmann findet das sterbende Mädchen. Auch die dritte der Frauen steht im Banne einer dämonischen Macht. Die Kurtisane Giulietta verführt Hoffmann und entreißt ihm sein Spiegelbild, wie sie es auch schon mit Schlemihl getan hat. So gerät Hoffmann in ein Duell mit seinem alten Konkurrenten Schlemihl, tötet ihn und muss fliehen.

Als schließlich Stellas Vorstellung beendet ist, findet sie Hoffmann völlig betrunken vor. Ihm ist im Laufe seiner Erzählungen klar geworden, dass auch Stella ihn nur zerstören würde. Fortan wird die Muse, die schon immer eifersüchtig über Hoffmanns Liebschaften wachte, die einzige Geliebte des Dichters sein.