20.10.2018

Anmeldung

Aus rechtlichen Gründen dürfen wir diesen Service nur Mitgliedern eines professionellen Theaters anbieten. Bitte melden Sie sich daher mit Ihren Benutzerdaten an oder registrieren Sie sich.

Bitte geben Sie Ihre Anmeldedaten ein. Hilfe


Kennwort vergessen?

Hier können Sie sich für den Servicebereich von Felix Bloch Erben registrieren. Hilfe
Registrieren

Bestellung
Kataloge
Amateurtheater
Datenschutz
Billinger, Richard

Der österreichische Schriftsteller Richard Billinger, geboren am 20.7.1890 in St. Marienkirchen (Oberösterreich), schrieb Gedichte und Dramen, die sich durch Züge des Volkstheaters auszeichnen. Er lebte in München und Berlin und wurde vor allem durch seine bildreiche Prosa und seine Bauerngedichte bekannt. Als Bauernsohn und Jesuitenzögling stellte er seine enge Vertrautheit mit den Geheimnissen alter Sitten und Gebräuche unter Beweis. Die Darstellung der im Wandel befindlichen bäuerlichen Welt seiner Heimat kennzeichnet seine Werke, in denen er eine mystisch-dämonische Weltsicht mit christlichem Gedankengut konfrontiert. Das zeigt sich schon in seinem Frühwerk Rosse (1931) und mehr noch in seinem ersten großen Erfolg Rauhnacht (1931, Uraufführung an den Münchner Kammerspielen am 10. Oktober 1931 unter der Regie von Otto Falckenberg). Im November 1932 wurde ihm, zusammen mit Else Lasker-Schüler, der Kleistpreis verliehen. Zu Billingers weiteren Werke zählen u.a. Stille Gäste (1933), Die Hexe von Passau (1935) sowie Der Plumpsack (1953).

Richard Billinger starb am 7. Juni 1965 in Linz (Oberösterreich).

 

Rauhnacht

Schauspiel in vier Aufzügen mit einem Vorspiel
8D, 9H, Nebendarsteller

Simon Kreuzhalter ist noch vor seiner Priesterweihe als Missionar nach Afrika gegangen und hat dort die Sprache und Bräuche der Eingeborenen erlernt und ihre blutigen Opferfeste mitgefeiert. Seit seiner Rückkehr in die Heimat lebt er in einem kleinen Dorf, wo sich Reste heidnischen Brauchtums das ganze christliche Mittelalter hindurch bis in die Gegenwart hinein erhalten haben. Die "Rauhnächte" um die Weihnachtszeit bringen jedermann im Dorf auf die Beine und alle Köpfe in Verwirrung; in Teufels- und Hexenfratzen oder als allegorische Figuren verkleidet, ziehen Jungen und Mädchen johlend durch die Gassen.

Kreszenz, die Tochter der Dorfkrämerin, gehört zu den Wildesten unter den Wilden, ihre Mädchenphantasie träumt hemmungslos von wüsten Opferfesten, und keinen Augenblick zögert sie, als Simon Kreuzhalter sie in der "Rauhnacht" zu sich einlädt. Er stachelt ihre Phantasien noch durch afrikanische Erzählungen an und schleppt die Widerstandslose zuletzt in seine Schlafkammer, wo er sie durch ungezählte Messerstiche tötet. Die barbarische Lust am Leben hat sich bis zum Mord gesteigert.