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"Kleist fürs Homeoffice" (Süddeutsche Zeitung): "Cecils Briefwechsel"

 

Die Uraufführung von Gott Vater Einzeltäter von Necati Öziri (Regie: Sapir Heller) musste verschoben werden. Das Nationaltheater, Mannheim hat sich dafür ein besonderes Format ausgedacht und verwandelt das Stück von Necati Öziri in "Cecils Briefwechsel". Das Publikum erhält individualisierte Briefe und schreibt selbst Antworten.

"Es ist ein harter Text voller Gewalt und poetischer Kraft. Dabei schließt Öziri immer wieder an Kleist an (...) und lässt einen am Ende mit den Fragen zurück: Wie können wir mit unserer eigenen Erziehung, die durch Macht- und Rollenvorstellungen geprägt ist, angemessen umgehen?" (Süddeutsche Zeitung)

"Der Text packt unmittelbar. Necati Öziri gebietet über eine genuin dramatische Sprache von großer poetischer Kraft. (...) Öziri und Heller arbeiten sich bewusst und erstaunlich differenziert an jenem preussischen Männerbild ab, an dessen Nicht-Überwindung Kleist vermutlich zugrunde gegangen ist." (Die deutsche Bühne)

Wenn die Theater wieder live spielen können, werden vier Männer in Kutten und bei Kerzenlicht im Kreis knien. Öziri zeigt Gustav, Anton, Achilles und Michael, vier echte Kleist-Kerle, am Endpunkt ihrer Biografien. Was ist nur mit diesen Helden passiert? Das fragt sich auch Juliane, ihre Mutter, und weil die Geschichten der Söhne sich nur um die eigenen, hilflosen Egos drehen, liegt es nun an ihr, die Männer aus ihrer Starre zu befreien. Was als Suche einer sorgenden Mutter beginnt, wird zum utopischen Weltentwurf jenseits überkommener Geschlechtergrenzen. Mit humorvoller Wucht schlägt Öziri ins Herz aktueller Geschlechterdiskurse, untersucht die Allianz zwischen Männlichkeit und Gewalt und entwirft einen Ausweg aus dem Patriarchat.

04.03.2021

Stücke zu dieser Nachricht:
Gott Vater Einzeltäter

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Öziri, Necati