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Neu: "Wolf unter Wölfen" (Oper) von Søren Nils Eichberg und John von Düffel

 

"Es ist hungrige Zeit, Wolfszeit. Wer stark ist, lebe! Aber wer schwach ist, der sterbe!" (Hans Fallada)
Die brisanten gesellschaftspolitischen Parallelen von Weimarer Republik und aktueller Gegenwart im Blick gelingt es Søren Nils Eichberg und John von Düffel aus Hans Falladas 1937 geschriebenem Roman Wolf unter Wölfen eine auch für die heutige Gesellschaft relevante Oper zu machen.

Für das Libretto hat John von Düffel die Figuren des Romans über den Soldaten Wolf Pagel und die Ex-Prostituierte Petra Ledig im Berlin des Hyperinflationsjahres 1923 auf zehn Hauptrollen reduziert, einzelne Schlüsselszenen herausgenommen (Friedrichstraße, Spielcasino, Wolfs Absteige, Wohnung der Mutter, Anwesen des Kameraden) und diese zu einer neuen dramatischen Struktur verbunden.
Zusammengehalten durch die Rolle eines Conférenciers als Figur zwischen den Zeiten gehen Schauplätze und Situationen revueartig ineinander über und illustrieren das Spannungsverhältnis zwischen tiefer Not und Protzerei, Lebensgier und Selbstaufgabe, aber auch die Sehnsucht nach alten Zeiten und die bedrohliche Aufbruchsstimmung nach rechts.

Musikalisch verbindet Søren Nils Eichberg Geschichte mit Gegenwart. Experimentelle Klangfluten nähern sich mutig der Grenze zum Ohrwurm. Es treffen Klangstrahl auf Klangfläche, kammermusikalische Momente auf das Berliner Klang-Idiom der 20er-Jahre mit Anleihen an Hanns Eisler, Kurt Weill sowie Schlager- und Marschmusik.

20.02.2020

Stücke zu dieser Nachricht:
Wolf unter Wölfen (Oper)

Autoren zu dieser Nachricht:
Fallada, Hans
Eichberg, Søren Nils
Düffel, John von