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"Wenn soziale Wärme nicht bloß ein geflügeltes Wort wäre" – POLAR von Sokola//Spreter in Wien
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"Peter Pan" (Robert Wilson / CocoRosie) am Stadttheater Ingolstadt
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ÖE: Frau Zucker will die Weltherrschaft" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund am Theater der Jugend Wien
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Neu bei FBE: "Mieter" von Paco Gámez
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Schauspiel: Stücke über das Anthropozän

Produktionsfoto: Krasnojarsk
© Schauspielhaus Graz / Johanna Lamprecht

 

Wissenschaftler:innen suchen in diesen Tagen nach nach einem Ort, an dem sich die aktuelle erdgeschichtliche Epoche des Anthropozäns ablesen und belegen lässt. Neun geologische Punkte sind noch in der Auswahl, darunter etwa das Gotlandbecken in der Ostsee, ein Hochmoor nahe der Schneekoppe und das Palmer-Archipel vor der West-Antarktis (ausgeschieden ist zuletzt u. a. Wien). Auch die folgenden Stücke befassen sich mit dem Zeitalter der Menschen. Und während die Geolog:innen in den Tiefen bohren, um anhand der Sedimentsschichten die jüngste Vergangenheit abzulesen, fragen die Autor:innen vor allem: Wohin führt uns das Anthropozän und was folgt in naher und ferner Zukunft?

In Die toten Freunde (Dinosauriermonologe) wandeln fünf Dinosaurierinnen durch eine posthumane Welt, als ein zweibeiniges Wesen auftaucht und ihre gewohnte Ordnung durcheinander wirbelt. Ariane Kochs "heitere Fabel über das Aussterben" (Nachtkritik) wurde mit dem 1. Else Lasker-Schüler-Stückepreis ausgezeichnet und als Hörspiel produziert.

In Farn Farn Away beginnen Pflanzen und Künstliche Intelligenz, den Menschen ihren Platz streitig zu machen. Die Geschichte von Sokola//Spreter um einen Forscher, der diesem evolutionären Geheimnis zu nahe kam, entwickelt sich zu einem philosophischen Krimi um die Frage nach der Stellung des Menschen in einer grenzenlos vernetzten Welt.

Philipp Löhle erzählt in einem Reigen "absurd kreisender Slapstickhaftigkeit" (Nürnberger Nachrichten) vom Anfang und Ende des Anthropozäns. Die ineinander verschachtelten Geschichten der Protagonist:innen bilden einen herzzerreißend tragikomischen Kreis menschlichen Unvermögens.

Martina Clavadetscher spannt in Frau Ada denkt Unerhörtes "geschickt einen Bogen vom 19. Jahrhundert, der Epoche der düsteren Romantik, ins Digitalzeitalter" (Süddeutsche Zeitung) – von Ada Lovelace, die heute als Vordenkerin der Informatik gilt, bis zu einer neuartigen Androidin, welche die Unterscheidbarkeit von Mensch und KI infragestellt.

Johan Harstad lässt in Krasnojarsk einen Anthropologen durch eine postapokalyptische Welt wandern, auf der Suche nach den "Geschichten aus der untergegangenen Welt, die Poesie einer verlorenen Normalität" (Wiener Zeitung).

Volker Schmidt zeigt in brand ein Europa nach dem Klimakollaps. Die ökologische Katastrophe hat den Kontinent gezeichnet und die politischen Verhältnisse grundlegend verändert. Mitteleuropa ist von Nomadentum geprägt, bevölkert von Flüchtigen auf der Suche nach neuen Lebensinseln. Ein dystopisches Roadmovie, das nach den Konsequenzen und Möglichkeiten menschlichen Handelns fragt.

11.01.2023

Stücke zu dieser Nachricht:
Frau Ada denkt Unerhörtes
brand
Krasnojarsk
Die toten Freunde (Dinosauriermonologe)
Anfang und Ende des Anthropozäns
Farn Farn Away

Autoren zu dieser Nachricht:
Sokola//Spreter
Schmidt, Volker
Löhle, Philipp
Koch, Ariane
Harstad, Johan
Clavadetscher, Martina