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Schauspiel: Klassiker-Übersetzungen
Endlich ist der Spielplan gestrickt oder steht zumindest in seinen...

Grenzgänge: Junge Stücke für mehr Solidarität
1992, 1994, 2001, 2003, 2015, 2022: Anlässe und Gründe, warum Menschen ihre...

Rieke Süßkows Inszenierung von Peter Handkes "Zwiegespräch" beim Berliner Theatertreffen
Rieke Süßkow hat am Wiener Burgtheater (Akademietheater) die Uraufführung von...

Kinostart "Der Sohn" von Florian Zeller
Am 26. Januar startet der neue Film von Florian Zeller in den deutschen...

"Wenn soziale Wärme nicht bloß ein geflügeltes Wort wäre" – POLAR von Sokola//Spreter in Wien
Mit ihrem Entwurf zu Polar gewannen Sokola//Spreter im vergangenen Jahr den...

"Peter Pan" (Robert Wilson / CocoRosie) am Stadttheater Ingolstadt
Ekat Cordes inszeniert am Stadttheater Ingolstadt Robert Wilsons Adaption von...

UA: "Pirsch" von Ivana Sokola am Deutschen Theater Göttingen
Am 29.1. wird Pirsch von Ivana Sokola am Deutschen Theater Göttingen...

ÖE: Frau Zucker will die Weltherrschaft" von Wolfgang Böhmer und Peter Lund am Theater der Jugend Wien
Die österreichische Erstaufführung von Frau Zucker will die Weltherrschaft...

Schauspiel: Stücke über das Anthropozän
Wissenschaftler:innen suchen in diesen Tagen nach nach einem Ort, an dem sich...

Let's Vielfalt: Junge Stücke jenseits einer binären Weltordung
Die Welt ist komplex und facettenreich – das sollte eigentlich der Konsens...

UA: "Tom Sawyer" an der Komischen Oper Berlin
Auf der Grundlage von Mark Twains Roman "Die Abenteuer des Tom Sawyer"...

Neu bei FBE: "Mieter" von Paco Gámez
Wir freuen uns, ab sofort den spanischen Autor Paco Gámez und sein...


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Kander, John
John Kander und Fred Ebb werden als eingespieltes, erfahrenes Team meistens zusammen genannt. Etwa gleichaltrig - Kander wurde 1927 in Kansas City, Ebb...


Ebb, Fred
John Kander und Fred Ebb werden als eingespieltes, erfahrenes Team meistens zusammen genannt. Etwa gleichaltrig - Kander wurde 1927 in Kansas City, Ebb...


McNally, Terrence
Terrence McNally (1938–2020) feierte weltweit Erfolge mit seinen Musical-Libretti, Theaterstücken und Fernsehspielen. McNally arbeitete mehrfach...


 

Kuss der Spinnenfrau

(Kiss Of The Spider Woman)
Ein Musical
Buch von Terrence McNally nach dem Roman von Manuel Puig
Gesangstexte von Fred Ebb
Musik von John Kander
Deutsch von Michael Kunze
3D, 10H, Ensemble
Orchesterbesetzung: Reed I (Picc, Fl, Klar, A.Sax), Reed II (Fl, Klar, A.Sax), Reed III (Ob, E.H, Klar, T.Sax), Reed IV (Klar, B.Klar, Bar.Sax), Hr I, II, Trp I, II, Pos, Dr, Perc I, II, Keyb I, II, Vl/Va I, II, Vc, B
UA: 20.10.1992, Shaftesbury Theatre London

Kuss der Spinnenfrau gilt neben Cabaret und Chicago als eine der gelungensten Arbeiten des Erfolgsduos John Kander und Fred Ebb. Die Uraufführungsinszenierung erlebte 922 Vorstellungen, und 1993 erhielt die Broadway-Produktion von Harold Prince sieben Tony Awards, darunter für das beste Musical und die beste Partitur.

In einer nicht näher bezeichneten lateinamerikanischen Diktatur sitzt der schwule Schaufensterdekorateur Molina in Haft. Man konfrontiert ihn mit einem neuen Zellengenossen, dem hartgesottenen Widerständler Valentin. Folter und Demütigung bestimmen das Leben im Gefängnis. Molinas Devise zum Überleben lautet, sich eine schöne Scheinwelt herbeizuträumen. Nach anfänglicher Verweigerung lässt Valentin sich darauf ein. Während seine Sehnsucht der Geliebten Marta, der armseligen Kindheit und dem Sieg der Revolution gilt, steigert sich Molina in sentimentale Kinofantasien hinein. In deren Mittelpunkt steht immer die verführerische Diva Aurora, die in ihrer Rolle als Spinnenfrau zugleich auch tödliche Macht verkörpert.

Die Gefängnisaufseher belauern die zunehmende Annäherung Molinas und Valentins. Sie bieten Molina, der um seine kranke Mutter bangt, die vorzeitige Freilassung an, wenn er Valentin die Namen seiner Mitverschworenen entlockt. Valentin wiederum gibt Molinas Liebeswerben nach, um ihn in der Freiheit zu einem Botendienst zu bewegen. Das tragische Ende birgt gleichwohl den Sieg von Liebe, Würde und Fantasie über Verrat und Brutalität.

Das ernste Thema auf der Musicalbühne, seine Darstellung der Gefängnissituation in Kombination mit Showelementen, verfehlt seine Wirkung auf das Publikum nicht, wie die äußerst erfolgreichen Aufführungen der letzten Jahre zeigen. Die Musik wird bestimmt von lateinamerikanischen Rhythmen und konfrontiert den Glamour Molinas filmischer Träume mit der schmerzvollen Vergegenwärtigung von Angst, Gewalt und Liebessehnsucht.

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