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„Der unversöhnliche Philantrop“ (taz) – Erich Fried zum 100.
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Marcellus Schiffer wurde am 20. Juni 1892 als Sohn eines jüdischen Holzhändlers in Berlin geboren. Nach einer Ausbildung zum Maler und Graphiker bei Emil...


 

Das Haus dazwischen

Ein Volksstück
Buch von Marcellus Schiffer und Felix Joachimson
Musik von Mischa Spoliansky
5D, 11H, Nebendarsteller
Orchesterbesetzung: auf Anfrage
UA: 1932, Komödienhaus Berlin

Wie es ist, wenn ein gigantisches Bauunternehmen das Leben eines "kleinen" Mannes zur Hölle macht, muss Uhrmacher Knorr schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Schlimm genug, dass der Konzernriese ein überdimensioniertes Tanz- und Vergnügungs- Etablissement in Knorrs Vorgarten gesetzt hat. Doch nun fangen die Herrn Direktoren des City-Palastes auch noch an, seine Familie zu manipulieren. Und das alles nur, weil Knorr sein geliebtes Haus einfach nicht verkaufen will.

Knorr hängt nämlich sehr an diesem Haus. Schließlich haben hier drin schon sein Vater und sein Großvater gelebt und Kinder groß gezogen. Ja, und Kinder hat Knorr auch. Sieben an der Zahl und allesamt undankbar und respektlos wie Knorr findet. Sie fallen ihm in den Rücken und überreden die Mutter, Knorr zu verlassen und im City-Palast zu arbeiten, wo jedes von ihnen auch schon eine Anstellung besitzt. Soviel Hinterhältigkeit hat Knorr doch wirklich nicht verdient, schließlich liebt er sein Haus.

Dummerweise muss Knorr aber eines Tages feststellen, dass ihn auch sein Haus im Stich lässt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die Zeit ihren Tribut fordert und das alte Haus zusammenfällt. Der Putz an den Wänden beginnt schon zu bröckeln und die Decke in der Küche ist auch schon heruntergekommen. Da findet Knorr endlich einen Mitstreiter – seinen früheren Studienfreund Kuno. Er bestärkt Knorr darin, das Haus nicht zu verkaufen und will ihm helfen, die Situation durchzustehen.

Doch das passt Knorr gar nicht in den Kram. Ein schöner Freund ist das, der ihm rät eine Million Mark in den Wind zu schreiben und auf einem baufälligen Haus sitzen zu bleiben. Knorr ist außer sich vor Wut und verkauft noch am selben Tag. Was seine Frau und seine Kinder durch gutes zureden und Argumente nicht geschafft haben, wurde nun durch Kuno erreicht. Denn Knorr ist nicht etwa ein Mann, der an seine Prinzipien glaubt und dazu steht, sondern Knorr ist ein alter, knurriger Sturkopft, der immer auf kontra geht, egal, ob er damit Recht hat oder nicht. Doch wer jetzt glaubt, die Geschichte wäre damit schon zu Ende, der darf sich auf eine Überraschung gefasst machen.

Dieses musikalische Volkstück mit Buch und Text von Marcellus Schiffer wurde 1932 im Komödienhaus am Schiffbauerdamm in Berlin uraufgeführt und war ein voller Erfolg. Sogar Max Reinhardt war damals an der Inszenierung interessiert. Die beiden Hauptlieder "Vielleicht gewöhnt man, mit der Zeit, sich an die Zeit" und "Mutter, sie mal nach, ob das Haus noch steht" sind bis heute bekannt und spiegeln die Stimmung der Zeit wider.

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