19.12.2018

Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
 

Horváth, Ödön von
Ödön von Horváth wurde 1901 in Fiume, heute Rijeka, geboren und starb am 1.Juni 1938 in Paris. Als Sohn eines ungarischen Diplomaten kam er über Wien und...


Maldeghem, Carl Philip von
Carl Philip von Maldeghem studierte zunächst Philosophie und Jura, bevor er sich dem Theater zuwandte. Wichtige Stationen waren das American Repertory...


 

Jugend ohne Gott

Bühnenfassung von Carl Philip von Maldeghem
5D, 9H, Mehrfachbesetzung möglich
UA: 14.04.2011, Landestheater Salzburg

"Wenn kein Charakter mehr geduldet wird, sondern nur der Gehorsam, geht die Wahrheit und die Lüge kommt."

Ein junger Lehrer, der seine Schüler vom humanistischen Prinzip der Gleichheit aller Menschen überzeugen will, sieht sich mit der faschistischen Gesinnung seiner Klasse konfrontiert. Seine Bemerkung in einer Diskussion über Kolonien, auch Neger seien Menschen, ruft umgehend einen linientreuen Vater auf den Plan. Der Lehrer sieht seine berufliche Existenz gefährdet, zwischen ihm und seiner Klasse regiert von nun an die Feindseligkeit.
Bei einem vormilitärischen Training in einem Zeltlager, eskaliert die ohnehin angespannte Situation, als der Lehrer versucht, mithilfe heimlicher Nachforschungen einen Diebstahl aufzuklären. Er beschädigt das Kästchen eines Schülers, in dem dieser sein Tagebuch aufbewahrt, verschweigt aber aus Feigheit diesen Vorfall und macht sich so mitschuldig am Streit der Schüler, der schließlich in einem Mord kulminiert.

Ödön von Horváths Roman erschien 1937 in einem Exil-Verlag in Amsterdam und machte den Autor beinahe über Nacht international berühmt. Horváth zeigt eine Generation Jugendlicher, deren Moral von kriegerischen Prinzipien bestimmt ist und Lehrer, die durch ihr idealisiertes Ethos hilflos und handlungsunfähig bleiben. Er bezieht sich in seiner Geschichte auf die politische Stimmung der 30er-Jahre. Die Diskrepanz zwischen Gruppendruck und individueller Überzeugung und die Frage nach der ethischen Dimension des Menschseins, um die es in Jugend ohne Gott auch geht, sind allerdings zeitlos gültig.

Carl Philip von Maldeghem, seit der Spielzeit 2009/10 Intendant des Salzburger Landestheaters, bearbeitete den Roman für die Bühne. Die Dramatisierung feierte am 14. April 2011 Erstaufführung an seinem Haus – "ein sehenswerter Abend". (Salzburger Nachrichten)

Nachrichten zu diesem Stück anzeigen