Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Krasnojarsk" von Johan Harstad
Am 19. Dezember ist die deutschsprachige Erstaufführung von Johan Harstad...

UA: "Staatstheater represent (Wo ist Emilia G.?)" von Volker Schmidt am Staatstheater Darmstadt
Am 16.10.2020 hat Staatstheater represent (Wo ist Emilia G.?) Uraufführung am...

Nestroy-Preis für Mathias Spaan
Für seine Inszenierung "Die Nibelungen" nach Friedrich Hebbel ist Mathias...

Aller guten Dinge sind drei – Spielzeitstart mit Auftragswerken im KJT
Politisch, aufwühlend, berührend: Als Auftragswerke entstanden, feierten zum...

UA: "König Midas - ich! Oder: Wie werde ich klug?" in Wiesbaden
Am 6. Oktober feiert Katrin Langes Stück König Midas - ich! Oder: Wie werde...

UA: "Geld, Parzival" von Joël László am Vorarlberger Landestheater
Am 4. Oktober ist die Uraufführung von Joël Lászlós Stück Geld, Parzival am...

UA: "Soko Pisa – Die DDR in 40 Minuten" von Jörg Menke-Peitzmeyerin Radebeul
Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit feierte das Klassenzimmerstück Soko...

UA: "Schleifpunkt" von Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen
+++ Vorstellungsausfall! Aufgrund einer Covid-19-Infektion im Grazer Team...

Hörspiel:"Laute Nächte" von Thomas Arzt
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat Laute Nächte von...

UA: "NO PLANET B" von Nick Wood am Theater Kempten
Am 17. September 2020 feiert das Auftragswerk NO PLANET B von Nick Wood am...

UA: "Paul*" am Theater Kanton Zürich, Winterthur
Am 21. September 2020 feiert das Auftragswerk Paul* von Eva Rottmann am...


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Koch, Ariane
Ariane Koch, geboren 1988, schreibt und konzipiert Theaterstücke, Performances und andere künstlerische Projekte in verschiedenen Kollaborationen. Nach einem...


László, Joël
Joël László, 1982 in Zürich geboren, schreibt Theaterstücke und Prosa und arbeitet als Übersetzer. Er studierte Islamwissenschaft und Geschichte und lebte...


 

Zukunft Europa

Kurzstücke:
"Costa Concordia. Mare nostrum" (3-20)
"Fiverr.com" (3-20)
"Enzyklopädie des Verschwindens" (Monolog)
"Ich bin das Tier mit dem Fell" (1D, 1H)
"Reykjavik-Pinakothek" (1D, 2H)

UA: 18.02.2015, Theater Tuchlaube Aarau

"Europa: optimistische Anhäufung von Ländern, die bei der erstbesten Gelegenheit flöten ging"

Ariane Koch und Joël László erhielten vom Theater Marie in Aarau den Auftrag, Kurzstücke zum Thema "Zukunft Europa" zu schreiben. Es sind fünf Texte entstanden, in denen aus der Zukunft über unser gegenwärtiges und das kommende Europa gesprochen wird – und es sieht nicht besonders rosig aus.
In Costa Concordia. Mare Nostrum sucht eine Gruppe Europäer mit dem Schiff nach einem neuen Kontinent. Europa ist zerstört. Mit an Bord ein Stier. Die Vorräte gehen langsam aus: Soll man dem Stier huldigen oder soll man ihn einfach aufessen? Und wie wird man wohl empfangen in der neuen Heimat? Gibt es überhaupt noch andere Menschen? Seicht schaukelt das Boot ins Ungewisse.
In Fiverr.com thematisiert die Autorin das Outsourcen von Produktionsprozessen in Billiglohnländer. Zur Veranschaulichung hat sich Koch kurzerhand Texte für ihr Stück auf einer Internet-Plattform gekauft, die Liedtexte aus Indien oder Reden aus Venezuela zum Preis von 5,00 Dollar anbietet. Die Texte, die Ariane Koch auf diese Weise erworben hat, werfen von außen einen kritischen Blick auf die europäischen Verhältnisse.
Kochs Enzyklopädie des Verschwindens lässt uns im Lexikon der Zukunft blättern. Was wird es später noch geben, was uns heute so vertraut ist? Unruhig suchen wir nach altbekannten Begriffen, stoßen dabei aber lediglich auf erschreckende Wahrheiten.
Joël László lässt uns in Ich bin das Tier mit dem Fell Platz nehmen im Friseursalon. Das Echthaar ist längst abgeschafft, aber den Besuch beim Friseur möchte man nicht missen: So werden Perücken frisiert und über die animalische Vergangenheit geplaudert, in der es noch echtes Geld gab und die Menschen noch gestorben sind. Der Einbruch der Unendlichkeit in die Endlichkeit ist bereits geschafft.
In Lászlós Reykjavik-Pinakothek definieren zwei Kuratoren nach der völligen Zerstörung einen neuen Kanon der Kunst. Nachdem der Isenheimer-Altar gesprengt wurde, gibt es wieder ein wenig mehr Platz. Jetzt gilt es, gründlich zu überlegen.

Es ist eine Zeitreise, die wir gemeinsam mit dem Schweizer Autorenduo unternehmen. Doch während wir uns zurücklehnen und in den einzelnen Episoden verfolgen, wie es in der Zukunft so aussehen könnte auf unserem Kontinent, wird schlagartig klar: Was man mit Abstand betrachten wollte, kommt doch erschreckend nahe, und während die beiden Autoren noch schreiben, werden sie eingeholt von den aktuellen Ereignissen, die doch erst in düsterer Zukunft liegen sollten.

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