18.12.3353

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"Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky am Maxim Gorki Theater in Berlin
Das Publikum des Berliner Maxim Gorki Theaters wird am 17. Dezember sowohl in...

"Die Kaiserin" am Theater Baden bei Wien
Punktgenau zum 300. Geburtstag der Habsburger-Ikone und Langzeit-Regentin...

"Die lustigen Nibelungen" von Oscar Straus am Badischen Staatstheater Karlsruhe
"Er sieht so miesepetrig aus, und nicht wie sonst so munter – was hat er...

Neu bei FBE: "General Wunde" von Joël László
Die Hautkrankheit des Neugeborenen verändert das Leben von Anja und Samuel....

"Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Hannah Biedermann, frisch mit dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST für die...

"Venedig im Schnee" am Theater an der Effingerstraße Bern, den Bühnen der Stadt Gera, dem Theater Schloss Maßbach
Gleich drei Premieren von Venedig im Schnee von Gilles Dyrek gibt es im...

Berlin-Premiere: "Weihnachten auf dem Balkon" an der Komödie am Kurfürstendamm
Am 3. Dezember war die Premiere von Weihnachten auf dem Balkon von Gilles...

UA "Broken German" von Tomer Gardi am Schauspiel Graz
Mitte November wurde Noam Brusilovskys Hörspielbearbeitung von Tomer Gardis...

"Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
"Die Farben weg, die Geräusche lauter. Die Uhren langsamer, dafür das Ticken...

SchreibenDenkenHören: "Der korallene Wald" von Ruth Johanna Benrath
Words don't come easy. Textproduktion ist oft ein hartes Ringen zwischen...

"Wartesaal" nach Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
Ein "leiser und konzentrierter Abend" (Nachtkritik): Stefan Pucher inszeniert...

Neu bei FBE: "Nach Luft jagen" von Michael A. Müller
Penelope möchte uralt werden. Wie Oma. Die sagte mal, jedes Ticken der Uhr,...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am Schauspiel Frankfurt ist am 26.11. Fabrice Melquiots neues Stück Die...


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Bild von Tomer GardiGardi, Tomer
(c) Arie Kishon 

Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte Literatur- und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. Er war Herausgeber der Zeitschrift "Sedek: A Journal on the Ongoing Nakba", ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer Essay "Stein, Papier – Eine Spurensuche in Galiläa" erschien 2011 auf Hebräisch und 2013 in deutscher Übersetzung im Rotpunkt Verlag. Er ist zweimaliger Stipendiat von Styrian Artist in Residence in Graz. Im Juli 2016 wurde er mit Broken German zum Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt eingeladen und danach von der Presse als die herausragende Stimme des Wettbewerbs entdeckt. Der Roman erschien im August 2016 im Literaturverlag Droschl.

 

Broken German

Roman

UA: 02.12.2017, Schauspielhaus Graz Graz

"Das ist kein Deutsch!
Was WIR reden ist Deutsch."

Die Geschichte über Radili und seine Freunde Amadou, Fikert, Abayomi und Jamal ist ein ganz normaler, übermütiger und ungenierter Großstadtroman … wäre da nicht seine Sprache, die Sprache all dieser Migranten, die wie der Erzähler aus ihrer Sprache deportiert und aus der Geschichte bzw. der Erzählung hinausgeworfen worden sind. Jahre, nachdem Radili sich nach bedrohlichen Anpöbelungen durch deutsche Skins ein Messer gekauft hat, kehrt er als Erwachsener in dieselbe Stadt zurück, und seine neuen Freunde aus der "linksradikalen WG" wollen einen Film daraus machen. Die Suche nach dem damals vergrabenen Messer ist die erste von vielen Situationen, die der Erzähler vor uns abrollt, fallen lässt, neu aufnimmt und auf ganz unorthodoxe Weise miteinander verknüpft.

Worte, Gedanken, Metapher, Bedeutungen, Geschichten und Menschen suchen und finden sich und verlieren sich wieder – im Getümmel der Stadt, im Sein und im Sinn und in der Sprache. Und selbst in der Bar "Zum Roter Faden" wird man diesen nicht wieder aufnehmen können, denn sogleich entspinnt sich die nächste Geschichte. Erfrischend komisch und klug zugleich lebt dieser Stoff von Gardis angenehm unverstelltem Blick.

"Realismus schreiben nur Menschen mit einem festen Wohnsitz und einer Aufenthaltserlaubnis", sagt Tomer Gardi und entwickelt in Broken German ein anspielungsreiches, anspruchsvolles und vergnügliches Plädoyer für die Sprachenvielfalt in der einen Sprache, für die Regelübertretung, für das nicht Normierte, aber auch für die permanente Suche und das (Sich-)Finden. Ein "wunderbar skurriler Text über die Persiflage und Camouflage der Migration" (NZZ). "Überraschender und zugleich einleuchtender kann man die Gefährdung der eigenen Identität in der Fremde kaum ins Bild setzen." (ZeitOnline)

Hinweis: Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption dieses Romans zu erstellen. Das Buch ist im Literaturverlag Droschl erschienen und im Buchhandel erhältlich.


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