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„Der unversöhnliche Philantrop“ (taz) – Erich Fried zum 100.
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Bild von Sina  AhlersAhlers, Sina

Sina Ahlers wird 1990 in Stuttgart geboren. Sie studiert Germanistik und Philosophie in Tübingen und Dramaturgie an der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg. Mit dem Rohbautheater Kollektiv entwickelt und spielt sie zwei Stücke am Zimmertheater Tübingen. 2016 führt sie Dramaturgie bei der dokumentarischen Stückentwicklung 100 Jahre Leben, das für das Theatertreffen der Jugend nominiert wird. Ein Wechsel zum Studiengang Szenisches Schreiben bringt sie schließlich nach Berlin an die Universität der Künste. Ihr erstes, eigenes Stück Medea. Klang. Körper. wird 2017 im Rahmen der Werkstatt Neue Stücke am BAT gezeigt. Es folgt eine Koautorenschaft am Theater Strahl. Das Stück #BerlinBerlin wird mit dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet. Es folgt die Stückentwicklung futurzwei mit dem Jungen Spielclub am Landestheater Tübingen und eine Kooperation mit dem Schauspiel Wuppertal/ Studierenden aus Tel Aviv zu Else Lasker-Schülers IchundIch. Sina Ahlers schreibt neben szenischen Texten Prosa und Lyrik. Ihr Prosatext Der vertikale Raum wird 2018 in der Literaturzeitschrift OTIUM veröffentlicht. Sie gewinnt beim 27. Open Mike den Preis für Prosa sowie den TAZ Publikumspreis. Ihr Stück Schamparadies ist 2020 für den Deutschen Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts nominiert. Sina Ahlers ist 2020 Artist in Residence auf dem Prosanova Literaturfestival.

 

Schamparadies

von Sina Ahlers
4D, 2H
frei zur UA

Sina Ahlers war mit diesem Stück für den Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2020 nominiert.

In einem Mietshaus am Kanal, außerhalb der Stadt, wohnen Mutter und Tochter. Im Stockwerk unter ihnen eröffnen zwei Jungunternehmer ein Restaurant. Doch die Mieten steigen und das Risotto zieht keine Kundschaft an. Anstatt ihre Ängste und Sehnsüchte auszusprechen, versuchen die Bewohner ihr Gesicht zu wahren.
Die steigende Verzweiflung führt sie auf die andere Seite des Kanals. Dort ist die Welt eine andere. Es riecht nach Körpern, es wuchert, ist Abseits. Hier sorgen zwei Furien dafür, dass die Scham einen festen Platz bekommt. Sie greifen gesellschaftliche Tabus an und prügeln persönliche Abgründe heraus. – Eine wahnsinnig schöne Utopie. Käme es nicht zu diesem Zwischenfall in Garten Eden.

Sina Ahlers seziert die menschliche Psyche. Mal entlarvend humoristisch, mal schmerzhaft radikal, befragt sie Status und Körper. In einer ganz eigenen Formsprache, die zwischen Realismus und Expressionismus changiert, legt sie den schmalen Grat zwischen Intimität und sexuellem Missbrauch offen.

Aus der Jurybegründung des Heidelberger Stückemarkts:
„Ohnehin sind ihre Sätze verwunderlich geschnitzte Sprachgebilde, in denen lakonische Prosa und lyrische Wut aufeinanderprallen, so dass alles verbogen und verbeult ist. Ganz stark erinnert das an eine fast Vergessene, an Marieluise Fleißer in einer Millennial-Edition. Knallhart mischt Sina Ahlers Realismus und Expressionismus, Bildhaftes mit unfertiger Direktheit.“

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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