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Wonderwomb

von Amir Gudarzi

Besetzung variabel

UA: 17.09.2022, Hessisches Landestheater Marburg

Ausgezeichnet mit dem Kleist-Förderpreis 2022
"Spezielle Erwähnung" durch die Jury der Autor:innentheatertage 2022
Nominiert für den Retzhofer Dramapreis 2021

Minen explodieren an einem Öltanker in der Straße von Hormus – Raketen treffen auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien – Drohnen töten einen Offizier der iranischen Revolutionsgarde. In New York geht ein Börsenmakler mit seinen Spekulationen all in – ein Sohn und seine Mutter versuchen, ihre getrennten Leben im Exil miteinander zu verbinden – in Dubai und Doha werden Wolkenkratzer gebaut, die bereits zu versinken drohen, weil der Klimawandel die Meeresspiegel steigen lässt. Dazwischen und mittendrin: die Stimmen der Mächtigen und Ohnmächtigen, der Dollars und der Abermillionen Wesen, die zu Öl geworden sind.

In Wonderwomb erzählt Amir Gudarzi von dem Öl, das den Motor des Kapitalismus am Laufen hält, für das die Menschen alles aufs Spiel setzen und das wie kein anderer Stoff für die Transformation unserer Welt steht. Multiperspektivisch und vielstimmig, in einer eindrücklichen Sprache und rasant rhythmisierten Montage von konkreten Szenen, Situationen und Geschichten zoomt das Stück auf ganz persönliche Knotenpunkte globaler Konflikte, setzt eine Kartografie von Macht- und Geopolitik ins Bild, kreist um das Verhältnis von Osten und Westen und lässt schließlich das Öl selbst in die Zukunft blicken.

Ausgezeichnet mit dem Kleist-Förderpreis 2022:

"Wonderwomb von Amir Gudarzi zeichnet mit großer sprachlicher Genauigkeit, einer Vielfalt an Klängen und einer komplexen Formenfülle ein Panorama über die Welt und formuliert die Einladung zur Auseinandersetzung. (...) Amir Gudarzi gelingt es in seinem Stück, durch Zeiten zu reisen, persönlich Erlebtes mit dem Globalen in verschiedensten medialen Räumen zu verbinden. Über allem immer wieder das sprechende Erdöl als Motor des Kapitalismus, als allseits Umgebendes."